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BHKW liefert Regelenergie

22.06.2016 | Text: Silke Rockenstein | Bilder: MTU Onsite Energy

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Seit  Juni 2016 liefert die Stadtwerke Amberg in Bayern mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) vn MTU Onsite Energy Regelleistung. Damit unterstützen die Stadtwerke den Netzbetreiber, wenn es zu unvorhergesehenen Frequenzschwankungen im Stromnetz kommt.

Dipl. Ing. (FH) Wolfgang Hüttner von den Stadtwerken Amberg sagt: „Seit eineinhalb Jahren speist unser BHKW bereits Strom in das öffentliche Netz ein und produziert Wärme für das örtliche Fernwärmenetz. Jetzt können wir auch positive und negative Regelleistung liefern. Die zusätzliche Vermarktung ist für uns wirtschaftlich interessant und wir freuen uns, damit auch einen Beitrag für ein stabiles Stromnetz und somit für die Energiewende zu leisten“. Das Blockheizkraftwerk basiert auf einem MTU Onsite Energy-Aggregat des Typs 20V 4000 mit einer elektrischen Leistung von rund 2.000 Kilowatt und einer thermischen Leistung von rund 2.200 Kilowatt.

MTU Onsite Energy und Energiedienstleister EnerNOC bieten Betreibern von Stromaggregaten eine gemeinsame Lösung an, ihre Anlagen noch wirtschaftlicher zu betreiben und verfügbare Regelleistung zu vermarkten. Blockheizkraftwerke und Notstromaggregate von MTU Onsite Energy können damit über eine Schnittstellenbox ohne großen Aufwand an ein virtuelles Kraftwerk angebunden werden. Je nach Bedarf und Verfügbarkeit tragen sie so dazu bei, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen.

Andreas Reisacher, Projektleiter Regelenergie bei MTU Onsite Energy, erklärt: „Wir bieten unseren Kunden optimierte und aufeinander abgestimmte Produkte zur Teilnahme am Regelenergiemarkt. Neben lukrativen Zusatzerlösen für Neu- als auch Bestandskunden, können MTU Onsite Energy-Gasaggregate (BHKW’s) und Notstromaggregate somit über einen standardisierten Prozess schnell an die Leitwarte von EnerNOC angebunden werden.“

Durch das schrittweise Herunterfahren der konventionellen Kraftwerke in Deutschland und den Ausbau der erneuerbaren Energien wird es mehr und mehr zur Herausforderung, das Stromnetz auf einer konstanten Frequenz von 50 Hertz zu halten. Wird weniger oder mehr Strom ins Netz eingespeist als verbraucht, muss es mittels Regelleistung wieder stabilisiert werden.

Wenn die Frequenz erhöht werden muss, kann über das virtuelle Kraftwerk von EnerNOC Strom ins Netz eingespeist werden (positive Regelleistung). Das können beispielsweise Notstromaggregate leisten, die nicht dauerhaft Strom produzieren. Wenn die Netzfrequenz zu hoch ist, kann die Stromeinspeisung über das System reduziert werden. Diese Bereitstellung von negativer Regelleistung ermöglichen Biogasanlagen oder erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke, die in diesem Fall ihre ansonsten kontinuierliche Stromerzeugung für kurze Zeit reduzieren. Betreiber von MTU Onsite Energy-BHKWs können anstelle der üblicherweise 50 Prozent nun bis zu 80 Prozent ihrer Nennleistung als negative Sekundärregelleistung anbieten. Sekundärregelleistung muss innerhalb von fünf Minuten bereitgestellt werden.

Fabian Becker, Business Development Manager bei EnerNOC, erklärt: „Die Betreiber behalten zu jeder Zeit die volle Kontrolle über ihre Anlagen und Prozesse. EnerNOC sendet lediglich Schaltempfehlungen, die von der jeweiligen Betriebssteuerung individuell angenommen oder abgelehnt werden kann“. Der Energiedienstleister vermarktet die Systemdienstleistung auf dem deutschen, österreichischen und schweizerischen Regelleistungsmarkt.

Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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Andreas Reisacher

Tel. +49 821 7480-2202

Email: Andreas.reisacher@mtu-online.com