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Balance Akt

09.12.2014 | Text: Silke Rockenstein | Bilder: Martina Ries

Regelenergie, virtuelle Energiesysteme

Seit Deutschland im Jahr 2011 die Energiewende entschlossen eingeläutet hat und verstärkt auf den Einsatz erneuerbarer Energien setzt, gerät das Stromnetz leicht aus der Balance. Wenn kein Lüftchen geht und die Sonne sich versteckt, die Menschen aber ungemindert Strom verbrauchen, dann kann das Stromnetz in Deutschland ins Schwanken kommen. Es wird mehr Strom verbraucht als produziert und die Frequenz sinkt ab. Starkwind und Sonne pur können auch dazu führen, dass mehr Strom produziert als verbraucht wird. Der in der Folge benötigte Ausgleich kann in beiden Fällen durch den Abruf von Regelenergie erfolgen. MTU Onsite Energy und der Energiedienstleister EnerNOC haben gemeinsam eine Lösung entwickelt, die allen nützt – dem Netzbetreiber, dem Verbraucher und nicht zuletzt dem Betreiber von Stromerzeugungsanlagen.

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Stromverbrauch und Stromproduktion müssen sich die Waage halten.
Ansonsten gerät das Stromnetz aus der Balance. Wenn die Frequenz über
oder unter 50 Hertz ausschlägt, können Betreiber von Aggregaten
mit Hilfe von MTU und EnerNOC eingreifen.

Durch das schrittweise Herunterfahren der Atomkraftwerke in Deutschland bis ins Jahr 2022 und den Ausbau der erneuerbaren Energien wird es mehr und mehr zur Herausforderung, das Stromnetz auf einer konstanten Frequenz von 50 Hertz zu halten. Wird weniger Strom ins Netz eingespeist als verbraucht, muss es mittels Regelenergie wieder stabilisiert werden. Hier treten MTU Onsite Energy und EnerNOC gemeinsam auf den Plan: Betreibern von Aggregaten wird angeboten, ihre Anlage an das virtuelle Energiesystem von EnerNOC anzuschließen. Bei Bedarf kann darüber Strom eingespeist und so zur Stabilität im Netz beigetragen werden. Der Betreiber kann damit zusätzlich Geld verdienen. „Mit diesem neuen Angebot möchten wir unseren Kunden einen zusätzlichen Nutzen verschaffen, die Anlagen werden noch lukrativer und tragen zur Sicherung der Netzstabilität bei“, erklärt Matthias Vogel, Leiter Energiesysteme bei MTU Onsite Energy. Wenn der Wind peitscht und die Sonne strahlt und mehr Energie erzeugt als verbraucht wird, steigt die Frequenz im Stromnetz auf über 50 Hertz. Dann muss die Stromeinspeisung oftmals kurzfristig reduziert werden. Diese sogenannte negative Regelenergie kann von Biogasanlagen oder erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerken bereitgestellt werden und deren Betreiber können lukrative Einnahmen dafür erhalten. Doch wie funktioniert das?

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So funktioniert der Stromaustausch:
MTU-Anlagen werden mit der Netzleitwarte von EnerNOC
verbunden und können Regelenergie liefern.
EnerNOC vermarktet diese an der deutschen Strombörse.

Unternehmen mit MTU Onsite Energy-Aggregaten wird auf Wunsch eine Schnittstellenbox (E-Box) an die Anlage montiert und über eine sichere VPN-Verbindung an die Leitwarte von EnerNOC angeschlossen. EnerNOC steuert mehrere Anlagen-Pools, bestehend sowohl aus Stromerzeugungsanlagen als auch aus großen Stromverbrauchern in Industrie und Gewerbe. Im Falle von Regelenergiebedarf erhält das Aggregat beim Betreiber ein Signal über die E-Box und kann, wenn es verfügbar ist, automatisch den entsprechend nachgefragten Strom erzeugen oder die Stromerzeugung reduzieren. EnerNOC vermarktet diese Systemdienstleistung auf dem deutschen, österreichischen und schweizerischen Regelleistungsmarkt. Der jeweilige Teilnehmer erhält monatlich eine Gutschrift über die entsprechende Vergütung. „Wir freuen uns sehr, mit MTU Onsite Energy einen starken und kompetenten Partner für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit gefunden zu haben“, sagt Oliver Stahl, Managing Director Europe bei EnerNOC.

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Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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