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MTU heizt bei Sinalco ein

18.04.2017 | Text: Yvonne Wirth | Bilder: Robert Hack

Gasaggregat,

„Die Sinalco schmeckt, die Sinalco schmeckt“. Seit 1979 ist dieser Jingle in Deutschland ein echter Ohrwurm und jeder weiß, was er damit verbinden soll: Spritzige Limonade. Aber nicht nur Sinalco, sondern auch verschiedene Mineralwässer unter Namen wie Rheinfels Quelle, Römerwall oder Burgwallbronn gibt’s im Programm des Familienunternehmens Rheinfelsquellen H. Hövelmann. Die Getränkeabfüllung und vor allem die Reinigung der Mehrwegflaschen ist sehr strom- und dampfintensiv. Einen Teil des Stroms und der Wärme produziert seit Mitte 2016 ein Blockheizkraftwerk von MTU Onsite Energy am Firmensitz in Duisburg-Walsum.

Ein riesiges Geflecht an Transportbändern erstreckt sich durch die weitläufigen Produktionshallen. Flaschen über Flaschen, wohin das Auge reicht. „Im vergangenen Jahr füllten wir insgesamt 748 Millionen Flaschen ab“, freut sich Torsten Schneider, Technischer Leiter bei RheinfelsQuellen. „Damit sind wir auf Platz sechs der absatzstärksten Mineralbrunnen in Deutschland.“

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Das Duisburger Familienunternehmen Rheinfelsquellen H. Hövelmann ist auf Platz sechs der absatzstärksten Mineralbrunnen in Deutschland.

Und so ein Umsatz an Glas- und PET-Mehrwegflaschen bedeutet hohen Strom- und vor allem Dampfverbrauch in der Produktion. „Wir bekommen die leer getrunkenen Flaschen und unsere Kästen direkt aus dem Supermarkt geliefert“, erklärt Schneider. „Denn als nachhaltiges und umweltbewusstes Unternehmen ist es uns sehr wichtig, die Flaschen mehrfach zu verwenden. Plastikflaschen können bis zu 20 Mal und Glasflaschen bis zu 50 Mal gereinigt werden.“

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„Im vergangenen Jahr füllten wir 748 Millionen Flaschen in Duisburg ab“, erzählt Torsten Schneider, Technischer Leiter bei Rheinfelsquellen..

Vom Brunnen in die Flasche
Mineralwasser ist ein reines Naturprodukt. Das Wasser für „Rheinfels Quelle“ und andere Marken des Hauses wird direkt aus einem Mineralwasservorkommen tief unterhalb des Naturschutzgebietes Rheinaue entnommen. Dort sammelte sich in 300 Metern Tiefe vor etwa 25.000 Jahren Niederschlagwasser, das langsam durch verschiedenste Erd- und Gesteinsschichten versickerte. „Das ist auch der Grund, warum Mineralwasser an jedem Ort anders schmeckt“, erklärt Schneider. „Durch das Versickern wird das Wasser gereinigt und gefiltert und nimmt gleichzeitig wertvolle Mineralstoffe auf.“ Damit das natürliche Mineralwasser den Blubb-Effekt bekommt werden unterschiedliche Mengen an Kohlenstoffdioxid zugesetzt - je nachdem ob man es lieber still, medium oder mit viel Kohlensäure möchte. Dann ist das Wasser bereit für die Flasche. „Auch für unsere Sinalco-Limonade nehmen wir das Mineralwasser als Basis und fügen nur noch den entsprechenden Sirup hinzu“, erklärt Thomas Schneider. „Dies ist nicht selbstverständlich. Andere Hersteller verwenden dafür kein hochwertiges Mineralwasser.“

Richtig gereinigt
Im Werk von RheinfelsQuellen flitzen die Gabelstapler nur so um die Ecken. Leergut wird palettenweise vom Lkw geladen und in die Produktion gefahren. Dort funktioniert fast alles maschinell. Die Flaschen werden aus den Kisten einzeln herausgehoben und auf ein Band gestellt. Während die Kisten direkt zur Reinigung kommen, werden die Flaschen erst von ihren Deckeln und Etiketten befreit und vom „Schnüffler“ kontrolliert: In Windeseile erschnüffelt er, ob die Verbraucher andere Flüssigkeiten wie beispielsweise Spirituosen, Benzin oder auch Limonade in die Flaschen gefüllt hatten. Ist dies der Fall, fliegen die Flaschen raus. „Für den Reinigungsprozess brauchen wir eine große Menge an Dampf“, erklärt Schneider. „Dies war für uns einer der Hauptgründe, das Blockheizkraftwerk von MTU Onsite Energy anzuschaffen.“

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Allein 6.000 Stunden pro Jahr soll das BHKW von MTU Onsite Energy im Einsatz sein. Gerhard Klink vom MTU Onsite Energy-Vertrieb (rechts) ist für Torsten Schneider (links) der Ansprechpartner. 

Allein 6.000 Stunden pro Jahr soll es im Einsatz sein. „Wir können schon jetzt sagen, dass wir mit dem Blockheizkraftwerk von MTU Onsite Energy deutlich an Strom- und Wärmekosten einsparen,“ verrät Schneider. „Dank der hohen Grundlast sparen wir sogar mehr Stromkosten als prognostiziert. Wir sind rundum zufrieden.“

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„Wir können schon jetzt sagen, dass wir mit dem Blockheizkraftwerk deutlich an Strom- und Wärmekosten einsparen“, so Torsten Schneider.

Das Blockheizkraftwerk der MTU-Baureihe 4000 ist mit einer Dampferzeugungsanlage ausgestattet und liefert eine elektrische Leistung von 1.282 Kilowatt. „Die Wärme aus dem Abgas, rund 440° Grad, wird in die Dampfanlage eingespeist und erzeugt dort Heißwasser, das in die Produktion geleitet wird. In drei verschiedenen Pufferspeichern wird das Heißwasser zwischengespeichert, damit immer genug vorhanden ist, um die Lauge in den Reinigungsanlagen aufzuheizen.

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Pufferspeicher dienen als Zwischenspeicher, so dass immer genug Warmwasser für die Lauge zum Flaschenreinigen vorhanden ist.

„Die Flaschen werden in Körben erst mehrfach mit klarem Wasser ausgespült. Dann werden die Flaschen in einer 54 Grad warmen, zweiprozentigen Natronlauge neun Minuten lang gewaschen und anschließend mehrfach mit klarem Wasser ausgespült“, erklärt Torsten Schneider den Waschprozess. „Die Reinigungsanlage ist einer unserer größten Wärme- und Stromabnehmer. Allerdings nutzen wir das warme Wasser im Winter auch zum Beheizen unserer Hallen.“  Dabei unterstützt die BHKW-Motorwärme, rund 90 Grad Celsius,  die zu Heizwasserzwecken genutzt wird.

Für die gereinigten Flaschen geht es direkt auf dem Transportband weiter Richtung Leerflascheninspektor. Dort „durchschauen“ Kameras die Flaschen genau. Ist eine noch nicht 100 Prozent sauber oder beschädigt, wird sie direkt aussortiert und anschließend vernichtet. Absichtlich verunreinigte Flaschen in der Flaschenflut prüfen regelmäßig, ob die Kontroll- Maschinen richtig funktionieren. Ist die Flasche sauber und bereit zur Befüllung kommt das Etikett dran. Bei PET-Flaschen funktioniert dies komplett ohne Klebstoff. Sie werden einfach nur drübergezogen. Bei Glasflaschen müssen sie mit Klebstoff fixiert werden. Am Schluss komm das richtige Getränk in die Flaschen. Luftdicht verschlossen geht es auch schon wieder auf die Reise zum  Supermarkt, zu uns und später als Leergut wieder zurück zur Firma RheinfelsQuellen.

Die erste Limonade Europas
Der Detmolder Fabrikant Franz Hartmann entwickelte im Jahr 1902 zusammen mit dem Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz eine einzigartige Fruchtkombination: die Bilz-Brause. Das neuartige Getränk schmeckte den Verbrauchern und erreichte schnell hohe Verkaufszahlen. Was noch fehlte, war ein unverwechselbarer Markenname. Mit Hilfe eines großen Wettbewerbs wurde aus der „Bilz-Brause“ die „Sinalco“. „Sinalco“ setzt sich aus den lateinischen Wörtern „sine alcohole“ (ohne Alkohol) zusammen.

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„Die Sinalco schmeckt, die Sinalco schmeckt“. Seit 1979 ist dieser Jingle in Deutschland ein echter Ohrwurm und jeder weiß, was er damit verbinden soll: Spritzige Limonade

 Sinalco ist die erste Softdrinkmarke auf dem europäischen Kontinent. Um dem Wettbewerb aus Amerika Konkurrenz zu bieten, entstand 1934 die Sinalco Kola. In den darauffolgenden Jahren boomte der Hype um die Sinalco-Limonaden. Zeitweise gab es Sinalco in 150 Ländern der Erde. Durch mehrfache Eigentümerwechsel verlor die Marke an Bedeutung bis im Jahr 1994 die Getränkegruppe Hövelmann die Limonade aus dem Dornröschenschlaf weckte  und erfolgreich in ein Comeback des Markenklassikers investierte. Heute hat die Marke wieder ihren festen Platz in den Regalen der Supermärkte und in den Kühlschränken der Verbraucher.  Verdiente Anerkennung: Sinalco gehört zu den rund 300 Marken, die 2007 im Buch „Deutsche Standards – Marken des Jahrhunderts“ präsentiert wurden und glänzte sogar auf der Titelseite.  

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Unsere Redakteurin Yvonne Wirth war bei dem Duisburger Familienunternehmen Rheinfelsquellen H. Hövelmann. Dort hat sie sich die Produktion angesehen und erfahren, welche Rolle ein BHKW von MTU Onsite Energy spielt.


Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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