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Mit Microgrids in die Energiezukunft

18.03.2019 | Text: Lucie Maluck | Bilder: MTU

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Microgrids sind Teil der Energiezukunft: Sie kombinieren die kostengünstigen und umweltfreundlichen regenerativen Energien mit zuverlässigen Stromerzeugern wie Blockheizkraftwerken oder Dieselaggregaten. Damit können sie für zuverlässige Stromversorgung sorgen – egal ob in entlegenen Gegenden, in Städten oder auch in Firmen, die unabhängig vom öffentlichen Stromnetz sein wollen.  MTU bietet in Kooperation mit dem Berliner Start-up-Unternehmen Qinous schlüsselfertige Microgrids mit Batterie und Steuerung an. 

Mit dem starken Ausbau der erneuerbaren Energien wächst die Herausforderung, überschüssige Energie von Photovoltaik- und Windkraftanlagen zu speichern und dann zur Verfügung zu stellen, wenn sie gebraucht wird. Gleichzeitig muss wetterbedingt schwankende Stromerzeugung ausgeglichen werden. Das können Microgrids leisten, indem sie verschiedene Stromquellen mit Batterien und einer Steuerung kombinieren, und alle Elemente intelligent verbinden. Alle Elemente werden in einem intelligenten Energiemanagement-System aneinandergekoppelt, das den Energieeinsatz optimiert.

?Microgrid-Demonstrator stellt kundenspezifische Systeme dar
Microgrids können entlegene Orte wie Minenbetriebe oder Inseln, die keinen Zugang zu einem öffentlichen Stromnetz haben, komplett autark mit Energie versorgen. Im Netzparallelbetrieb dienen Microgrids der umweltfreundlichen Stromversorgung von Industrieunternehmen oder Kommunen und können gleichzeitig das öffentliche Stromnetz stützen. Die entscheidende Komponente eines Microgrids ist die Steuerung. Eine intelligente Steuerung berechnet, welche Stromquellen sie zu welchem Zeitpunkt bereitstellt, um Energie an die Verbraucher abzugeben oder die Batterie zu füllen. Das geschieht je nach Präferenz des Kunden, ob er beispielsweise vor allem kostengünstig Strom erzeugen will, ihm „grüner Strom“ aus regenerativen Quellen wichtig ist oder er vorrangig auf eine schlichte Verbrauchsoptimierung setzt. 

Batteriecontainer von MTU
Eine weitere wichtige Komponente der MTU-Microgrids ist der selbstentwickelte Batteriecontainer– das MTU EnergyPack. Dieser besteht aus 154 Modulen und 3.388 Lithium-Ionen-Zellen. Zusammen können diese knapp 1.000 Kilowattstunden elektrischer Energie speichern – das ist etwa 14 mal so viel wie ein Tesla-Model X. Der MTU-Batteriecontainer hat zudem eine elektrische Leistung von knapp 2.000 Kilowatt und eine Kapazität von 1.095 Amperestunden. Über einen Transformator ist die Ausgangsspannung des MTU-Batteriecontainers an das jeweilige Energienetz anpassbar. Er wird den Kunden betriebsbereit zur Verfügung gestellt und muss vor Ort lediglich angeschlossen werden.

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Das MTU EnergyPack, ein modular aufgebauter 40-Fuß-Batterie-Container, speichert Strom aus beliebigen Quellen und stellt diesen auf Knopfdruck zur Verfügung.


Regenerative Energien von MTU
Auch regenerative Energiequellen sollen künftig als Komponente eines Microgrids von MTU erhältlich sein. „Wir können sowohl bestehende Anlagen integrieren,als auch regenerative Komplettsysteme mit Photovoltaikanlagen oder Windrädern schlüsselfertig liefern“, erklärt Friedrich Triftshäußer, der die Microgrid-Aktivitäten bei MTU koordiniert. MTU wird dazu mit Partnern zusammenarbeiten. 

„Systeme speziell für die Anforderungen unserer Kunden“
Mit diesen Elementen richtet MTU derzeit einen Demonstrator in Friedrichshafen ein, an dem ab dem Herbst 2019 Microgrids für Kunden simuliert und auf deren Anforderungen hin konzipiert werden können. Als Lösungsanbieter berät MTU die Kunden vollumfänglich von der ersten Anfrage mit z.B.  Systemsimulationen bis hin zur Inbetriebnahme der Gesamtsysteme. Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender der MTU-Muttergesellschaft Rolls-Royce Power Systems, bezeichnet Microgrids als einen Meilenstein in die Zukunft des Unternehmens: „Sie zeigen, was wir unter einem Lösungsanbieter verstehen: Ein Unternehmen, dass sich nicht nur mit Einzelkomponenten, sondern der besten Gesamtlösung eines kundenspezifischen Problems beschäftigt“.


Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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