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MTU Onsite Energy nimmt erstes BDEW-zertifiziertes Aggregat in Großbäckerei in Betrieb

28.10.2015 | Text: Silke Rockenstein | Bilder: Robert Hack

MTU Onsite Energy, BDEW

MTU Onsite Energy hat als bislang einziger Hersteller von Dieselaggregaten in Deutschland das Zertifikat des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erhalten, durch das die MTU Onsite Energy-Dieselaggregate im Leistungsbereich von 600 kWe bis 3.200 kWe alle Forderungen der Mittelspannungsrichtlinie des Verbandes für den deutschen Raum erfüllen. Damit dürfen Betreiber dieser Erzeugungseinheiten den damit produzierten Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die zertifizierten Produkte basieren auf betriebsbewährten Standardaggregaten der MTU-Baureihen 2000 und 4000, deren elektrische und elektronische Komponenten gemäß der besonderen Anforderungen ausgelegt und  abgestimmt wurden. Die M.O.E. Moeller Operating Engineering GmbH war mit dem Nachweis beauftragt. 

„Mit diesem Zertifikat sehen wir uns in einer guten Marktposition bei Dieselaggregaten“, erklärt Matthias Vogel, Leiter Power Generation Business bei Rolls-Royce Power Systems. Die stark zunehmende dezentrale Energieerzeugung auf Basis von Wind, Sonne und Wasser bei gleichzeitiger Stilllegung von Großkraftwerken erfordere neues Denken und neue Technik. Die zertifizierten Fähigkeiten, sowohl einen Beitrag zur Frequenz- und Spannungshaltung zu leisten, als auch in einem Blackout-Fall zum Versorgungswiederaufbau beizutragen, machten die allgemeine Energieversorgung sicherer. „Unsere Notstromaggregate können nicht nur Menschen und Sachwerte schützen, sondern auch durch die Bereitstellung von Ausgleichsenergie eine betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle Zusatzaufgabe übernehmen“, so Vogel. Deutschland ist bei der Durchsetzung von Mittelspannungsrichtlinien (grid codes) Vorreiter.

„Um die Zertifizierung zu erhalten, waren umfangreiche Anpassungen der Generatorauslegung, der Schutz- und Steuerungstechnik, sowie Messungen und Simulationen notwendig“, sagt Jürgen Winterholler, Leiter der Systementwicklung Power Generation bei Rolls-Royce Power Systems. Die zertifizierten Aggregate erfüllen zwei wesentliche Anforderungen: Im ungestörten Netzbetrieb müssen sie die Netzbetreiber unterstützen, die Qualitätsmerkmale wie die Netzspannung und die Netzfrequenz von 50 Hertz einzuhalten. Im gestörten Netzbetrieb müssen sie ohne Unterbrechung Energie liefern, um einen Blackout zu verhindern. „Damit steht nach der bereits erfolgreichen Zertifizierung der Gasaggregate der MTU-Baureihen 400 und 4000 nahezu das gesamte Produktportfolio von MTU Onsite Energy unseren Kunden zur Verfügung“, so Jürgen Winterholler. Mit diesen Systemen und dem aufgebauten Knowhow der MTU-Entwicklungsingenieure sei das Unternehmen für eine weitere Ausdehnung der Anforderungen in Europa bzw. weltweit gerüstet und ermögliche den Kunden neue Chancen im zukünftigen Strommarktdesign.

Ein erstes BDEW-zertifiziertes Diesel-Aggregat von MTU Onsite Energy ist inzwischen bei einer deutschen Großbäckerei montiert und in Betrieb genommen worden. Das Notstromaggregat basiert auf einem 18-Zylinder MTU-Dieselmotor der Baureihe 2000 und hat eine Leistung von 1.000 Kilowatt. Es sorgt seit Mitte September 2015 auch bei Stromausfall dafür, dass die Produktion von Tiefkühlbackwaren fortgeführt werden kann. Außerdem wird es in Zeiten, wenn der Strombedarf besonders hoch ist, im Netzparallelbetrieb für die Lieferung von Spitzenstrom eingesetzt. Das kommt zum Beispiel in der Mittagszeit vor, wenn die Produktion auf Hochtouren läuft. Dann benötigen Beleuchtung, Förder- und Kältetechnik, die Frostanlage und die Steuerung der Backlinien unterbrechungsfreien Strom. Voraussetzung für den Einsatz des Aggregats für Spitzenstrom und eventuell später auch für Regelenergie war, dass es den neuen Anforderungen der Mittelspannungsrichtlinie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entspricht.

Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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