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30.11.2018 | Text: Anika Emmerich | Bilder: Robert Hack, Navigazione Laghi

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Knapp 10 Millionen Passagiere und rund 700.000 Fahrzeuge transportiert die italienische Gesellschaft Navigazione Laghi auf den drei norditalienischen Seen Gardasee, Lagio Maggiore und Comer See im Jahr, darunter zahlreiche Touristen, aber auch viele Pendler. Stattliche 100 MTU-Motoren sind dabei auf 88 Schiffen und als Ersatzmotoren im Einsatz. Verfügbarkeit der Motoren und Schiffe ist dem Fährbetreiber extrem wichtig, deshalb hat er kürzlich die ersten Tragflügelboote seiner Flotte mit MTU-Datenloggern ausgestattet. Nun kann er die Betriebsdaten der Motoren und die Positionen der Boote am Mobiltelefon mit der Applikationen MTU Go! Act und am Laptop mit MTU Go! Manage überwachen und noch schneller auf Alarme reagieren. 

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Peschiera, Garda, Sirmione – diese Orte klingen nach Urlaub, dem Süden. Sie alle liegen am Gardasee, der durch sein mediterranes Klima noch bis in den Herbst hinein beliebtes Urlaubsziel ist. Ein bei Touristen gefragtes Transportmittel auf dem See sind die Tragflügelboote von Navigazione Laghi. Morgens um 8:25 Uhr nimmt das Tragflügelboot „Galileo Galilei“ am Landungssteg in Peschiera die ersten Touristen auf. Wenige Meter nach dem Ablegen am Bootssteg spürt man das kräftige Drehmoment von 2.250 Umdrehungen in der Minute der Baureihe 2000-Motoren, die das Schiff aus dem Wasser heben und über den See schweben lassen. 

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Stefano Gibelli, Technischer Leiter MTU Italia (rechts), erklärt Paolo Mazzucchelli, Technischer Leiter von Navigazione Laghi, wie er die Betriebsdaten des 2000ers mittels MTU Go! Act am Handy ausliest.

Für optimale Verfügbarkeit setzt der Betreiber Navigazione Laghi nun auf den digitalen Service von MTU und nutzt die von der Abteilung Digital Solutions entwickelte Go! Plattform. „Es sind zwei Aspekte, die MTU Go! Manage für uns extrem interessant machen: Wir erhalten Daten zu Verbrauch und Motorenzustand und können sie zur präventiven Wartung und Problemlösung analysieren“, erklärt Generaldirektor Alessandro Acquafredda von Navigazione Laghi.

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Mit MTU Go! Manage erhalten wir Daten zu Verbrauch und Motorenzustand und können sie zur präventiven Wartung und Problemlösung analysieren“, erklärt Generaldirektor Alessandro Acquafredda von Navigazione Laghi..

Bordbuch ade!Die Daten der Motoren werden vom Datenlogger an die Plattform gesendet, die Informationen dort von MTU-Analysten entsprechend aufbereitet. Anschließend können sie sowohl vom Kunden als auch vom MTU-Experten genutzt werden. Im Fall von Navigazione Laghi heißt das: Wenn das Tragflügelboot Fahrt aufnimmt, kann der Geschäftsführer von Navigazione Laghi am Gardasee, Franze Piunti, auf seinem Mobiltelefon mittels Go! Act sehen, ob es Fehlermeldungen gibt. „Die Nutzung der Go!-Produkte ist eine win-win-Situation für uns. Der Kunde weiß besser über die Nutzungssituation der MTU-Motoren Bescheid. Zudem hat er durch die Service-App weniger Schäden am Motor und schnellere Lösungen“, so Stefano Gibelli, Technischer Leiter von MTU Italia. 

„Früher wurden Fehlermeldungen vom Kapitän in das Bordbuch eingetragen und dort standen sie dann. Jetzt können wir schon bei einer kleinen Meldung reagieren und damit größere Schäden oder gar einen Ausfall des Motors vermeiden“, sagt Paolo Mazzucchelli, technischer Leiter von Navigazione Laghi. „Durch die digitale Anbindung wollten wir nun eine bessere Kontrolle darüber haben, was mit dem Boot passiert.“ Verständlich, wenn man bedenkt, dass beispielsweise ein Injektortausch drei Stunden dauert, ein Motortausch bei einem Ausfall ganze zwei Wochen. In der Plattform hinterlegt sind für eine optimale Auswertung bereits Wartungspläne und die technische Dokumentation der Motoren. 

Auf vier Routen täglich befördert das Tragflügelboot jeweils bis zu 160 Passagiere. Die erste Tour des Tages führt die Westküste des Sees entlang und endet gut zwei Stunden später nach zehn Stopps in Limone – in einer Gegend, die für den Anbau von Orangen und Zitrusfrüchten bekannt ist. Aber schon nach einer fünfminütigen Verschnaufpause fährt das Schiff weiter auf die nächste Runde hoch in den Norden des Sees bis nach Riva del Garda. Dort säumen an die 2.000 Meter hohe Berge das Ufer. Das Südufer des größten italienischen Sees bildet dagegen durch seine Lage in der norditalienischen Tiefebene bereits das Tor zum Süden. Ein enger Fahrplan und damit viel Arbeit für die beiden 12V 2000-Motoren mit 1.080 Kilowatt Leistung im Inneren des Tragflügelbootes. Erst nach gut zehn Stunden Einsatz der Motoren heißt es abends um 18:55 Uhr für die letzten Fahrgäste am Landungssteg von Peschiera: arrivederci, auf Wiedersehen!


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Mit MTU-Power fahren die Tragflügelboote von Navigazione Laghi über die norditalienischen Seen – Gardasee, Lagio Maggiore und Comer See. Dank der digitalen  Go!-Produkte weiß der Betreiber nun immer, wie es den Motoren im Schiffsrumpf geht und zwischen welchen Stopps die Schiffe gerade unterwegs sind.

Remotorisierung mit digitaler Anbindung
Die Darstellung der Daten hat MTU spezifisch auf die Anwendung des Nutzers zugeschnitten: Betreiber von Stromaggregaten sehen beispielsweise, wieviel Strom eine Anlage derzeit erzeugt. Neben Schiffsbetreibern nutzen Kunden in den Anwendungen Bahn und Energieerzeugung digital Services von MTU. „Wir schulen unsere Kunden, wie sie die Ergebnisse, die ihnen in Go! Act und Go! Manage angezeigt werden, optimal auswerten und wie sie die Apps einsetzen“, zeigt Hubert Maier von der Abteilung Digital Solutions auf. Wöchentlich kommen neue Go!-Produktnutzer hinzu, denn mehr als 600 Datenlogger werden bis Jahresende verbaut werden. 

Remotorisierung mit digitaler Anbindung
Und auch bei Navigazione Lagi ist geplant, dass mehr Schiffe digital angebunden werden: Die Remotorisierung aller acht Tragflügelboote wird ausgeschrieben werden. „Unsere Tragflügelboote sind schon seit Jahrzehnten mit MTU-Motoren ausgestattet, beispielsweise mit den Baureihen 331 oder 396“, zeigt Generaldirektor Acquafredda die langjährige Partnerschaft mit MTU auf. 88 der 98 Schiffe des Unternehmens fahren mit MTU-Antrieb über die Seen – in Tragflügelbooten, Passagier- und Autofähren. „Mit der Remotorisierung von bisher fünf Tragflügelbooten mit je zwei Motoren setzen wir uns auf verbrauchsärmere, sauberere und leistungsstarke Motoren von MTU.“ Denn weniger Stickoxidausstoße und weniger Kraftstoffverbrauch rechnen sich nicht nur für das Fährunternehmen, sondern sind auch für Fahrgäste und Anwohner ein sichtbares Zeichen. Der MTU2000er ist IMO-II-zertifiziert und benötigt keine SCR-Technologie, um die bis 2021 gültigen Emissionsgrenzwerte zu erreichen. Außerdem reagieren die Motoren der neuesten Generation deutlich besser und haben mehr Drehmoment als ihre Vorgänger. Dadurch lässt sich das Schiff einfacher in den Tragflügelmodus heben und erleichtert so nicht nur dem Kapitän die Arbeit, sondern gibt auch den Touristen bis spät in den Oktober hinein das unvergleichliche Gefühl, über den Gardasee zu schweben.Unknown Object

Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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