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Teile in Eile

18.05.2015 | Text: Wolfgang Stolba | Bilder: Claas, Robert Hack, MTU America, MTU Asia

globalee Ersatzteillogistik, durchgängiges SAP-Datensystem PAS

Der beste Service nützt nichts ohne eine gute Ersatzteilversorgung. Dank der neuen globalen Ersatzteillogistik von Rolls-Royce-Power Systems konnte die globale Verfügbarkeit von Express-Ersatzteilen auf zirka 95 Prozent hochgeschraubt werden. Das Herzstück bilden drei große Logistikzentren in Brownstown, Überlingen und Singapur sowie ein durchgängiges integriertes Datensystem für Planung und Verkauf. Im Jahr 2014 ist das dritte Logistikzentrum in Singapur in Betrieb genommen worden.

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Wareneingang des Logistikzentrums in Überlingen, Deutschland.

Wie eng guter Service und gute Ersatzteilversorgung miteinander zusammenängen,  zeigt ein Blick auf den Service-Alltag: Ein Mähdrescher des deutschen Herstellers Claas bleibt an einem Sonntag-nachmittag in Frankreich mitten im Ernteeinsatz mit Motorschaden  stehen. Ein Anruf des Betreibers beim weltweit erreichbaren Customer Assistance Center genügt. Einen Tag später trifft ein Tauschmotor aus dem deutschen Logistikzentrum  in Überlingen in Frankreich ein und der Mähdrescher kann wenige Stunden später weiterarbeiten. 

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Rund 250.000 Ersatzteile werden im Kleinteilelager
in Überlingen gelagert.

Oder ein Binnenschiff auf der Donau: Der Motor braucht einen neuen Frischwasser-Sensor. Das Schiff fährt noch zwei Tage weiter bis Wien, wo der Partner kurz vor der Ankunft den Sensor aus Überlingen erhalten hat. Ein weiteres Beispiel  aus Miami: Die beiden 4000er-Motoren einer Yacht benötigen Automationsteile.  Die liefert der regionale Partner innerhalb von 24 Stunden, nachdem er sie aus dem Logistikzentrum in Brownstown erhalten hat. Der Vorteil dieses in den USA liegenden Hubs: Die aus Deutschland stammenden Teile sind bereits verzollt und können damit schnell innerhalb der USA versandt werden. Und ein Beispiel aus Asien:  Der 1600er-Motor eines  Dauerstrom-Aggregats in Indonesien benötigt eine neue Wasserpumpe. In diesem Fall kommt das Ersatzteil aus dem neuen Logistikzentrum  in Singapur, durch das die Ersatzteilversorgung in ganz Asien gestärkt wurde.

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Das Hochregallager bildet neben dem Kleinteilelager
das Herzstück desLagerbereichs in Überlingen
und den beiden anderen Logistikzentren.

Drei neue Logistikzentren in Deutschland, USA und Singapur
Nachdem die Zahl der Partner sowie die Anforderungen an die Logistik in den letzten Jahren laufend gestiegen sind, war es notwendig, die Logistikstruktur zu optimieren. Mit der globalen Ersatzteillogistik wurde dafür ein starkes Rückgrat geschaffen. 2011 ging das Logistikzentrum in Brownstown in den USA in Betrieb. Täglich verlassen 1.500 Bestellpositionen die weitläufigen Hallen Richtung Nord- und Südamerika. Das Lager in Überlingen, das seit 2008 besteht, wurde im Jahr 2012 in das globale Datensystem eingebunden. Täglich werden hier etwa 2.500 Bestellpositionen in die Region verschickt, die von Afrika über Europa, den Nahen Osten bis zu den Staaten der ehemaligen Sowjetunion reicht. „Überlingen ist das Hauptlager, in dem 85.000 unterschiedliche Artikel lagern“, erklärt Berd Maurer, Leiter des Logistikzentrums Überlingen. Das jüngste Nachschublager in Singapur wurde im März 2014 in Betrieb genommen. Pro Tag gehen hier etwa 1.000 Bestellpositionen in die Region Asien, in Zukunft auch nach Australien. 

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Hochregallager des Logistikzentrum in Singapur.
Alle drei Logistikzentren sind identisch aufgebaut.

Virtuelles Logistikzentrum: Aus drei mach eins
Dass die Verfügbarkeit der Ersatzteile enorm gesteigert werden konnte, ist nicht allein den drei hochmodernen Logistikzentren zu verdanken. Herzstück des globalen Logistiknetzwerks ist vielmehr das durchgängige SAP-Datensystem PAS. Alle drei Logistikzentren mit ihren Beständen und Abläufen sind dadurch so eng vernetzt, als wären sie ein einziges, virtuelles Lager. Daraus ergeben sich erhebliche Logistik- und Kostenvorteile. Insbesondere bringt es der weltweiten Ersatzteilplanung als auch dem weltweiten Ersatzteilverkauf, die alle drei Läger übergreifend steuern beziehungsweise nutzen, ein Höchstmaß an Überblick und Transparenz.  Die Mitarbeiter der Planung in Friedrichshafen, Brownstown und Singapur können damit gemeinsam aktuelle Bestandslücken oder Überhänge sofort erkennen und ausgleichen. Falls eines der drei Logistikzentren nicht über ein benötigtes Teil verfügt, kann es aus einem der anderen beiden Logistikzentren bezogen werden. Ebenso können durch dieses so genannte Drop Shipment Zeitvorteile, bedingt durch die unterschiedlichen Zeitzonen, genutzt werden. Sowohl für Planung als auch Verkauf gilt durch die geographische Lage der Logistikzentren, dass in der Ersatzteilversorgung nie die Sonne untergeht. „Wenn es in Überlingen Nacht wird, dann ist es in Brownstown mitten am Tag, und in Singapur geht sechs Stunden später schon die Sonne auf“, sagt Peter Posprich, Teamleiter im Order Management.

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Von der Scheibe bis zum kompletten Motor liefert die neue globale
Ersatzteillogistik Ersatzteile punktgenau zum richtigen Zeitpunkt zum
Einsatzort. Im Bild: Service-Monteur Marcel Salomon.

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Bestückung und Entnahme von Ersatzteilen
im Kleinteilelager in Brownstown.

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Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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