Schließen

Wie machen wir… Bedienungsanleitungen?

17.01.2017 | Text: Katrin Auernhammer | Bilder: Robert Hack

Tags/Keywords

Bei manchen Menschen verursacht sie ein Runzeln auf der Stirn, andere lassen sie achtlos liegen und wieder andere studieren sie intensiv: die Bedienungsanleitung. Während  bei der Kaffeemaschine in fünf Seiten alles erklärt ist, gibt es für  Autos oder auch Motoren ganze Handbücher.  Jürgen Bockewitz erstellt Bedienungsanleitungen für MTU-Motoren und Systeme – so individuell wie der einzelne Motor. Zwischen 150 und 300 Seiten umfasst so ein Handbuch durchschnittlich. „Die Bedienungsanleitung gehört zum Lieferumfang wie der Zylinder zum Motor. Sie ist sogar gesetzlich vorgeschrieben“, erzählt Bockewitz.

?
Gemeinsam überprüfen die beiden technischen Redakteure
die Betriebsanleitung. Sind die Arbeitsschritte richtig beschrieben?

„Um eine Bedienungsanleitung zu erstellen, muss man auf Kreativität verzichten“, sagt Tomaso Magoni, Teamleiter der Technischen Dokumentation. Das Produkt und die Zielgruppe bestimmen den Inhalt. Dazu muss der technische Redakteur das Produkt  so beschreiben, dass der Nutzer es versteht und sachgemäß verwenden kann. Bunte Begriffswahl und blumige Sätze sind also nicht erwünscht. Wichtig ist dabei das technische Verständnis des Redakteurs: „Der Nutzer muss anhand der Anleitung verstehen, wie man nach dem Wartungsplan einen Filter wechselt, welche Kraftstoffe und Öle er für den Motor verwenden darf und was er bei Problemen selbst machen kann oder wann er den Service zur Hilfe holen muss“. Deshalb steht der Bediener immer im Blickfeld des technischen Redakteurs. Wie Bockewitz und Ebser gehen alle technischen Redakteure dafür regelmäßig in die Montage, zu Schulungen ins Trainingscenter oder auf den Prüfstand, um zu lernen wie bestimmte Vorgänge korrekt ausgeführt werden.

?
Noch bekommen Kunden die Bedienungsanleitung in Papierform
oder als CD-ROM geliefert. Apps mit den
Bedienungsanleitungen soll es bald geben.

Die Anleitung erstellen sie dann mit Hilfe eines modernen Content-Management-Systems (CMS). „Hier können wir einzelne Bausteine mit Text und Grafik neu erstellen oder bereits vorhandene von anderen Motoren oder Systemen übernehmen“, erklärt Bockewitz. Zudem überprüft das CMS die Wortwahl. So ist die Beschreibung einheitlich und eindeutig, auch wenn mehrere Redakteure daran arbeiten. Eine gezielte Wortwahl ist wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden. Im Seriensystemgeschäft werden jeweils die Standard-Betriebsanleitungen ausgeliefert da sich der Lieferumfang von Auftrag zu Auftrag kaum ändert. Wohingegen im Projektsystemgeschäft die technische Dokumentation auftragsspezifisch von den Redakteuren erstellt wird, zum Beispiel für ein PowerPack, einem Bahnmotor mit Zubehör für Triebwagen. „Jeder Auftrag ist anders und das müssen wir berücksichtigen“, so Bockewitz. Dank der modularen Dokumentationserstellung im CMS beansprucht eine Bedienungsanleitung für ein Bahn-PowerPack nur etwa eine Woche Arbeitszeit. Eine Anleitung für ein neues Produkt, bei dem der technische Redakteur schon bei der Entwicklung involviert ist, kann mehrere Wochen dauern.

?
Von einem Werker lassen sich Bockewitz und Ebser
(Mitte) die Steckverbindung erklären.

Die Bedienungsanleitung bekommen Kunden überwiegend in Papierform oder als CD-ROM geliefert. „Eine interaktive HTML-Dokumentation, mit Verbindung von Texten und  Videoanimationen ist bereits heute auf Kundenwunsch möglich. Schon bald werden wir unseren Kunden die Bedienungsanleitung als App oder über Web-Portale anbieten können“, so Tomaso Magoni.

Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

Ihr Kommentar

Kommentar*:
Name*:


E-Mail*:


Website:





Kontakt

Newsletter