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Energieversorgung für die Stadt der Zukunft

20.04.2015 | Text: Yvonne Wirth | Bilder: Robert Hack, Fraunhofer IBP

2050

Bis zum Jahr 2050 wird erwartet, dass in etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung
in Ballungsgebieten und damit in Städten leben. Viele Leute auf engem Raum bedeutet auch, dass in hohem Maße Energie benötigt wird. Zusätzlich ändert sich aufgrund von erneuerbaren Energien die Energieerzeugung deutlich. Wie sieht die Energieversorgung für die Stadt der Zukunft aus? Wir haben dazu Jürgen Winterholler
befragt. Er ist bei MTU für die Systementwicklung der Energiesysteme zuständig.

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Jürgen Winterholler ist bei MTU für die
Systementwicklung der Energiesysteme zuständig.

Wie sieht für Sie die Stadt der Zukunft aus?
Jürgen Winterholler: Ich glaube, dass immer mehr Menschen auf engstem Raum leben müssen. Ich stelle mir vor, dass Autos wie auf Schienen fahren, alles ist vernetzt und visualisiert und der Energiebedarf wird weiter steigen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss Energieerzeugung, Speicherung, Abruf und Verteilung bereits bei der Planung von neuen Gebäudekomplexen und industriegebieten eine zentrale Rolle spielen.

Haben wir heute schon Produkte für große Ballungsgebiete
Jürgen Winterholler: Wenn wir über Energie reden geht es nicht nur um Stromerzeugung, sondern auch um Wärme und Kälte. Durch Ballungsgebiete
könnten dezentrale Blockheizkraftwerke wieder verstärkt Einsatz finden. Hierfür haben wir schon heute effiziente Produkte. Zusätzlich bieten unsere Notstromaggregate eine Sicherheit für die kritischsten Verbraucher. Dies wird gerade dann wichtig, wenn viele
Leute auf engem Raum leben um Paniken zu vermeiden und weiter den Komfort zu halten. Nachhaltigkeit spielt in der Stadt von morgen eine wichtige Rolle.

Welche?
Jürgen Winterholler: Um den Klimawandel zu unterstützen, müssen wir weiter an unseren Gas-Produkten arbeiten. Neben Gesamteffizienz und Emissionen, spielt hier auch die Flexibilität eine große Rolle. Wenn es uns gelingt die positiven Eigenschaften unserer Diesel-Notstromaggregate (schnelles Startverhalten und hohe Lastaufschaltung) auf unsere Gasaggregate (Dauerbetrieb, hoher Wirkungsgrad, gute Emissionen) zu transferieren, dann können wir einen deutlichen Schritt nach
vorne machen. Für unsere Gas- und Diesel-Aggregate bieten wir in Zukunft zusätzlich hoch effiziente Abgasnachbehandlungssysteme an.

Wie müssen sich unsere Produkte an die Zukunftsstadt anpassen?
Jürgen Winterholler: Wir haben erkannt, dass wir die mit unseren Motoren angetriebenen Erzeugungsanlagen mit weiteren, neuere Technologien kombinieren müssen, um den kommenden Anforderungen gerecht zu werden. Für mich gibt es dafür drei großen Punkte, an denen wir in Zukunft arbeiten müssen. Erstens müssen wir unsere heutigen Produkte flexibler, effizienter und dabei gleichzeitig emissionsarmer gestalten. Zweitens müssen wir Trends wie Elektrifizierung, Hybridisierung und Speicherung aufnehmen und diese mit unseren herkömmlichen Produkten kombinieren. Drittens ist die intelligente Vernetzung der Erzeuger und Verbraucher wichtig. Hier kommen die Themen „Controls, Remote und Big Data“ ins
Rampenlicht, um aus den gewonnenen Informationen und Daten die Systeme noch effizienter und flexibler zu gestalten.
 

Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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