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Warum Hybridantriebe die Zukunft sind

18.03.2019 | Text: Lucie Maluck | Bilder: MTU

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Weniger Betriebskosten, die Umwelt schonen, mehr Power, weniger Lärm – Hybridantriebe sind die Antriebe der Zukunft: Sauber fahren mit dem Elektromotor und trotzdem weite Strecken zurücklegen mit einem Verbrennungsmotor. MTU bietet für Schiffe und Züge serienreife Hybridsysteme an.

Fahrzeugen mit Elektromotoren mangelt es an der Reichweite – oder sie bräuchten riesige Batterien, die teuer und schwer sind. In Kombination mit einem Verbrennungsmotor, für den größere Reichweiten kein Thema sind, kann man dieses Problem lösen. So entsteht ein Hybridantrieb, der bei MTU immer auch mit einer Batterie verbunden ist. Hybridantriebe haben viele Vorteile: Betreiber von Zügen können die Energie nutzen, die beim Bremsen frei wird. Diese wird gespeichert und für den elektrischen Antrieb genutzt. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und schont die Umwelt. Dieses Konzept funktioniert bei nicht.  Dennoch bietet auch bei Schiffen die Kombination aus Diesel- und Elektromotor und einer Batterie viele Vorteile: Für Schleppschiffe ist zum Beispiel interessant, dass sie mit dem Elektromotor sehr fein manövrieren können. Bei Yachten ist die hohe Leistung und der deutliche Komfort des leisen und vibrationsarmen Fahrens interessant. 

Hybrid für Schiffe ab 2020 im Einsatz
MTU bietet serienreife Hybridsysteme derzeit für Züge und Schiffe an. Das System für Schiffe besteht je nach Einsatzzweck aus einem Motor der MTU-Baureihe 2000 oder 4000, einem Zwischengetriebe mit bis zu vier Elektromotoren, wahlweise einem mechanischen Getriebe, und einer oder mehrerer Batterien. „Je nach Einsatz und mit unseren Erfahrungen in der Systemintegration können wir für jeden Kunden ein individuelles Hybridsystem zusammenstellen“, erklärt Daniel Staniszewski, Projektleiter für Yachthybrid bei MTU. Braucht ein Kunde viel elektrische Leistung, kann er sein System mit mehreren Elektromotoren ausstatten. Will er dagegen weite Strecken rein elektrisch fahren, kann er mehrere Batterien in sein System integrieren. „Die Automation ist schon vorabgestimmt und die Schnittstellen sind einheitlich, sodass sich unser Hybridsystem sehr leicht modular aufbauen lassen wird“, so Staniszewski. Der britische Luxusyachthersteller Sunseeker hat bereits verkündet, im Herbst 2020 die erste Yacht mit einem MTU-Hybridsystem auf dem Wasser haben zu wollen.   

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Die neue Sunseeker-Yacht wird ein integriertes hybrides MTU-Antriebssystem erhalten. Es umfasst zwei Zwölfzylinder-MTU-Dieselmotoren der Baureihe 2000 (jeweils 1.432 Kilowatt/ 1.947 PS), Bordaggregate, Elektro-Antriebsmodule, Getriebe, Batterien (MTU EnergyPack), Steuerungs- und Überwachungssysteme und kann modular erweitert werden. 

Bahnhybrid ist serienreif
Schon Anfang des Jahres 2020 sollen die ersten von einem MTU-Hybridsystem angetriebenen Triebwagen fahren. MTU hat mit der Irischen Staatsbahn Irish Rail, den britische Bahn-Leasing-Unternehmen Porterbrook und Alpha Trains sowie den Partnern Abellio, Alstom und Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt Verträge, bzw. Absichtserklärungen über den Kauf von MTU Hybrid-Antriebssystemen unterschrieben. Die Grundidee beim MTU-Bahnhybrid: Die Bewegungsenergie, die der Dieselmotor zunächst geliefert hat, wird beim Bremsen über eine E-Maschine, die sowohl als Generator als auch als Elektromotor arbeiten kann, zurückgewonnen und in einer Batterie, dem MTU EnergyPack, chemisch „zwischengelagert“. Immer dann, wenn der Zug leise fahren oder schnell beschleunigen muss, wird diese zum Antrieb genutzt. Im Zusammenspiel mit dem Fahrassistenzsystem „Intelligent Drive Manager“ und einem neuen Getriebe ermöglicht die Antriebseinheit je nach Fahrzeug und Fahrplan Kraftstoffeinsparungen von mehr als 30 Prozent. Der modulare Aufbau des Systems macht es möglich, das Hybrid-PowerPack mit den unterschiedlichsten Getriebe- und Batteriesystemen zu koppeln und so je nach Streckenprofil individuell angepasste Lösungen für verschiedene Fahrzeuge und Einsatzzwecke zu bieten.


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Das Hybrid-PowerPack von MTU ist ein umweltfreundliches Antriebssystem, das die Vorzüge von Batterie- und dieselbetriebenen Zügen vereint. Es  verbindet einen MTU-Dieselmotor, der die zukünftige Emissionsrichtlinie EU-Stufe V einhält, mit einer elektrischen Maschine (die sowohl als Motor als auch als Generator eingesetzt werden kann) und dem Batteriesystem MTU EnergyPack, das die Energie speichert, die beim Bremsen zurückgewonnen wird. So wird unter anderem ein lokal emissionsfreier, batterieelektrischer Betrieb möglich.

Hybridantriebe sind ein Teil der Transformation unseres Unternehmens vom Motorenhersteller zum Lösungsanbieter kompletter Antriebs- und Energielösungen ist“, fasst Andreas Schell zusammen. 


Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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