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Gasmotor mit Diesel-Performance

13.12.2017 | Text: Silke Rockenstein | Bilder: MTU

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MTU hatte seine mobilen Gasmotoren für Schiffsantriebe erstmals im September 2016 auf der Schifffahrtsmesse SMM in Hamburg vorgestellt. Mittlerweile haben die Prototypen weit über 5.000 Stunden erfolgreich auf dem Prüfstand absolviert. Weltweit sind die künftigen mobilen Gasmotoren von MTU auf großes Interesse gestoßen. Die ersten Vorserienmotoren dieses Typs für den Schiffsbetrieb wurden bereits Ende 2017 an die Werft Strategic Marine in Vietnam ausgeliefert, die sie in Katamarane für die niederländische Reederei Doeksen eingebaut hat. Die Reederei setzt die Schiffe ab Mitte 2019 für den Fährverkehr auf der Nordsee im Naturschutzgebiet Wattenmeer ein. Ab 2018 verlassen die ersten zertifizierten Serien-Gasmotoren das Werk. Die Stadtwerke Konstanz erhalten Ende 2019 die ersten Motoren der 8-Zylinder-Version für eine neue Bodenseefähre, die 2020 in Betrieb genommen wird.

Der neue 16-Zylinder-Gasmotor von MTU basiert auf dem bewährten MTU-Dieselmotor 16V 4000 M63 für Arbeitsschiffe und wird mit einem Leistungsbereich von etwa 1.500 bis 2.000 Kilowatt angeboten. Folgen wird auch eine 8-Zylinderversion mit einer Leistung von etwa 750 bis 1.000 Kilowatt. Besonders geeignet ist der neue Gasmotor für Schlepper, Fähren, Schubboote und Spezialschiffe wie Forschungsboote.

Dynamic und Performance entspricht Dieselmotor
Kraftstoffverbrauch, Emissionen, Sicherheit und Beschleunigung waren von Beginn an im Fokus der Entwicklung. Die neuen MTU-Gasmotoren werden mit einer Multipoint (Mehrpunkt)-Gaseindüsung, einer dynamischen Motorsteuerung und einer weiterentwickelten Turboaufladung ausgestattet. Die Multipoint-Gaseindüsung sorgt für ein dynamisches Beschleunigungsvermögen, eine gesteigerte Leistung sowie eine Reduzierung der Emissionen. Das Verbrennungskonzept ermöglicht die Einhaltung der IMO-III-Abgasnormen ohne zusätzliche Abgasnachbehandlung. Die geregelte Verbrennung sorgt auch für einen effizienten Kraftstoffeinsatz. Dank der doppelwandigen Ausführung des Gassystems kann der Maschinenraum dieselähnlich ausgeführt werden. Auf dem Prüfstand zeigte die Simulation von realen Fahrmanövern, dass das dynamische Beschleunigungsverhalten dem eines Dieselmotors entspricht. Die erfolgreich absolvierten über 5.000 Stunden auf dem Prüfstand zeigen, dass der Gasmotor dem bewährten MTU-Dieselmotor der Baureihe 4000 auch in puncto Zuverlässigkeit entspricht.

Gasmotor Teil des Green- und Hightech-Programms von MTU

Der mobile MTU-Gasmotor unterschreitet die Grenzwerte der aktuellen Emissionsrichtlinie IMO III (weltweit gültig in Emission Controlled Areas, wie Küste von USA und Kanada, Nord-/ Ost-See ab 2021) bereits ohne Abgasnachbehandlung erheblich - so liegt z.B. die Partikelmasse unter der Nachweisgrenze. Er stößt keine Schwefeloxide aus und nur geringe Mengen an Stickoxiden. Die Motoren sind technisch auch mit den Gesetzgebungen EU-Stufe V (Binnenschifffahrt ab 2020) und EPA Tier IV (USA) konform. Je nach Marktnachfrage werden die Gasmotoren auch für EUV oder EPA Tier IV zertifiziert.

Der neue Gasmotor ist Teil des Green- und Hightech-Programms von MTU. Damit investiert MTU gezielt in umweltfreundliche Zukunftslösungen für weniger Schadstoffausstoß und geringeren Energie- und Rohstoffverbrauch. MTU konzentriert sich im Green- und High-Tech-Programm auf Abgasnachbehandlung, alternative Kraftstoffe, Elektrifizierung, Digitalisierung und Gesamtsystemfähigkeit, mit dem Ziel, gesamte Antriebs- und Energie-Erzeugungssysteme anzubieten.

Bei der Entwicklung des neuen Marine-Gasmotors profitiert MTU von den bisherigen über 30-jährigen Erfahrungen mit den stationären Gasmotoren für die Energieerzeugung sowie von der Erfahrung des Rolls-Royce-Konzerns, der bereits seit über zehn Jahren Fähren mit mittelschnelllaufenden reinen Gasantrieben ausstattet.

Der Inhalt der Beiträge entspricht dem Stand zum jeweiligen Erscheinungsdatum. Sie werden nicht aktualisiert. Weitergehende Entwicklungen sind deshalb nicht berücksichtigt.

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